welt.de im Artikel „E.on-Chef warnt vor „Schieflage“ – und stellt sich auf die Seite von Reiche“ v. 28.04.2026 schreibt:
„Mit neuen Energiegesetzen will Wirtschaftsministerin Reiche den Bau weiterer Wind- und Solaranlagen aus überlasteten Netzgebieten heraushalten. Die Kritik der Ökoszene an den Plänen fällt hart aus. E.on-Chef Birnbaum hält Reiches Reformen jedoch für unabdingbar. (…)
…will die Ministerin verhindern, dass noch mehr Wind- und Solaranlagen dorthin gebaut werden, wo ihr Strom nicht mehr abtransportiert werden kann. Denn die sogenannten Redispatch-Kosten für Abregelung, Ersatzstrom und finanzielle Entschädigung der Anlagenbetreiber schlagen mit Milliarden Euro Zusatzkosten auf die Stromrechnungen der privaten und industriellen Verbraucher durch.(…)
Allein im vergangenen Jahr wurden Solaranlagen mit 17,5 Gigawatt auf Dächer und Felder gesetzt. Damit ist innerhalb eines einzigen Jahres eine Solarleistung hinzugekommen, die der von 17 Atomkraftwerken entspricht. In diesem Jahr sollen weitere 22 Gigawatt Photovoltaik … hinzukommen. So hoch ist das Ausbautempo, so groß die netzsprengenden Überkapazitäten, dass bereits der frühere Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein eiliges „PV-Spitzengesetz“ auf den Weg bringen musste, weil schon im Frühjahr 2025 die kaum noch zu kontrollierenden Überschussmengen die Stabilität des Stromnetzes gefährdeten. Und ein Gegner der erneuerbaren Energien war Robert Habeck sicher nicht.(…)
Welche Folgen das haben kann, zeigte Birnbaum mit einem Beispiel aus den täglichen Erfahrungen einer regionalen E.on-Netztochter: „Bei der Edis gibt es Extremfälle, in denen Windkraftanlagen bis zu 1500 Stunden im Jahr abgeregelt werden müssen“, sagte Birnbaum. „Dabei laufen Windanlagen nur 3000 Stunden im Jahr.“ Die Betreiber aber würden für diese Abregelungen voll entschädigt, die Kosten würden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt.
„Das ist Verschwendung“, stellte Birnbaum fest, ebenso wie die Förderung von Solaranlagen, wenn diese nicht einspeisen können und deshalb keine einzige Tonne CO2 verdrängen: „So kann es nicht weitergehen.““

