Windenergie in roten Zahlen

AgrarHeute.com v. 24.02.2026 im Artikel „Windenergie in roten Zahlen: Erlöse aus Windkraft fallen 2026 – Landwirte voll getroffen“ schreibt:

„Die Windenergiebranche steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Erlöse aus Windstrom fallen empfindlich. (…) Die Gründe für die wirtschaftlichen Problem der Windenenergieunternehmen sind vielfältig.

Hauptgrund sind sicherlich die fallenden Erlöse. Seit dem EEG 2017 müssen Anlagenbetreiber ab einer bestimmten Anlagengröße in einem Auktionsverfahren auf die Höhe des Anzulegenden Wertes für ihre Anlage bieten. Konnten die Windkraftbetreiber in den Jahren 2023 und 2024 mit relativ stabilen Zuschlagswerten von 7,3 ct/kWh rechnen, fielen diese in 2025 kontinuierlich bis auf 6,06 ct/kWh im November.
Und die Abwärtsspirale dreht sich weiter, befürchten Branchenexperten. Damit verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit der Windenergiebetreiber immer weiter. Für die Ausschreibungen 2026 sind Zuschlagswerte von 5,5 ct/kWh und weniger zu befürchten, sagen Experten – dass entspricht einem Erlösverfall von einem Viertel gegenüber 2024 und liegt recht deutlich unter den durchschnittlichen Stromentstehungskosten.

Doch nicht nur die fallenden Strompreise drückt auf die Wirtschaftlichkeit. Dazu kommen höhere Zinsen und unsichere politische Rahmenbedingungen. So meldet der größte deutsche Windkraft-Projektentwickler ABO Energy einen Jahresverlust von 170 Millionen Euro – und kämpft um seine Zukunft. Dieser Verlust resultiert maßgeblich aus drastisch veränderten Marktbedingungen, die zu Sonderabschreibungen, Umsatzverschiebungen und gesunkenen Entwicklermargen für Erneuerbare-Energien-Projekten geführt haben.

Windränder: Erlöse fallen unter die Kosten
Die Beratungsfirma Deutsche Windguard ermittelt auf Basis von Markterhebungen aktuelle Kostenparameter für das Betreiben von Windkraftanlagen. Neben den Kosten für die Windenergieanlage selbst berücksichtigt die Deutsche WindGuard in ihrer Auswertung auch Aufwendungen für Projektplanung, Infrastruktur und Netzanbindung, Finanzierungskosten und während der Betriebszeit eines Windenergieprojekts anfallende Positionen wie beispielsweise Grundstückspachten, Wartung und Instandhaltung.
„Die Analyse der einzelnen Kostenparameter hat ergeben, dass die mittleren Kosten für die Produktion einer Kilowattstunde an einem durchschnittlichen Windenergiestandort mit einer Standortgüte von 70 bis 80 Prozent zwischen 7,6 und 8,5 Cent pro Kilowattstunde liegen“, fasst Silke Lüers, Co-Head of Markets & Politics die Ergebnisse der Studie zusammen.
Für eine Anlage, wie sie im Gebiet BB-14 wahrscheinlich ist (höher als 250 m, mehr als 7 MW Leistung), nennt sie auf Kostenbasis vom Sommer 2025 als Hauptinvestitionskosten (Anlage inklusive Fundament und Installation) 1.240 Euro pro Kilowatt Nennleistung. (…)
Hinzu kommen Investitionsnebenkosten für Planung, Wegebau, Anbindung an das Stromnetz und Kompensationsmaßnahmen in Höhe von 550 €/kW. Eine 7,2 MW-Anlage wie die Vestas V172-7,2 wäre demnach für ca. 12,9 Millionen Euro zu haben. (…)

Bei Windkraftanlagen gilt der Kapazitätsfaktor als wichtiges Kriterium der Effektivität. Dieser gibt an, wie viele Stunden pro Jahr eine Anlage im Verhältnis zu ihrer möglichen Volllast arbeitet. Das Fraunhofer-Institut nennt für 2025 folgende Zahlen: Demnach waren Onshore-Windräder im Mittel 1.608 Volllaststunden in Betrieb (18,4 % der möglichen Zeit) und Offshore-Anlagen 2.788 Stunden (31,8%).“

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