Leserbrief: Windkraft nicht zu Lasten des Waldes

Windkraft nicht zu Lasten des Freigerichter Waldes

Wälder sind wichtige CO2-Speicher. Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn sie nehmen CO2 auf und speichern den darin enthaltenen Kohlenstoff. Je mehr Wald in Deutschland vorhanden ist, desto mehr Treibhausgase werden gebunden. Längst jedoch greift der Mensch in die Waldökosysteme ein, unter anderem durch Abholzung, Umwandlung in Ackerland, Wilderei usw. Dadurch gibt es weltweit kaum noch ungenutzte, naturbelassene Wälder.

Nun soll noch ein Teil unseres Waldes für Windräder geopfert werden und es wird suggeriert, dass wir damit unser Klima retten. Die Befürworter von Windkraftanlagen im Freigerichter Wald verabschieden sich vom Naturschutz und haben in erster Linie monetäre Ziele im Sinn. Der Leserbrief von Hern Dr. Kirschning von der SPD zeigt dies mehr als deutlich.

Die Auswirkungen der Windenergieanlagen auf das Ökosystem Wald spielen in diesen Planungen so gut wie keine Rolle. Dabei gibt es keinen Klimaschutz ohne Natur, schreibt der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht zur Anpassung der Menschheit an die Erderwärmung. Klimaschutz darf den Naturschutz nicht beeinträchtigen, mahnen die Wissenschaftler*innen, denn die Menschheit braucht genau die natürlichen Ökosysteme. Hinzu kommt die Abhängigkeit vom Wind, der auch in Freigericht nicht immer weht.

Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin Julia Mömken vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird der Klimawandel die Windstromproduktion in Europa „vor große Herausforderungen“ stellen. Das KIT prognostizierte bereits 2018 in einer Studie deutliche regionale Unterschiede und zeitliche Schwankungen. Diese könnten zu einer „erhöhten Unbeständigkeit der Windstromerzeugung“ führen.

Europa muss der Studie zufolge auch mit häufigeren Schwachwindphasen mit Windgeschwindigkeiten unter 3 Metern pro Sekunde rechnen, die für die Stromerzeugung zu niedrig seien. Das ganz schwache Windjahr 2021 belegt diese Studie. Fakt ist, Energie aus Windrädern ist keine verlässliche Energie, da es hier sehr große Schwankungen gibt.

Wachstum benötigt aber immer mehr Energie. Diese Gier nach immer mehr Energie, da stößt Windkraft an seine Grenzen. Das Thema Energiesparen wird von den Windkraftbefürwortern, der Windindustrielobby und der Politik derzeit überhaupt nicht thematisiert. Hier gilt das Motto „freie Fahrt für freie Bürger“. Geschwindigkeitsbegrenzung, Vielfliegerei, Kreufahrttourismus, Industrie, Privathaushalte, Landwirtschaft usw. Dies sind die Klimakiller. Hier sind wir als Gesellschaft gefordert. Verzicht heißt das Motto. Sind wir hierzu bereit oder beruhigen wir lieber unser Gewissen, indem wir Windräder in unseren Wald stellen?

Schonen wir unseren Freigerichter Wald und stellen die Windräder dorthin, wo das Ökosystem nicht gestört wird. Sagen wir ‚JA‘ zum Bürgerentscheid.

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